Pokémon GO – Marketingflop oder -chance?

Pokémon GO und Konzept & Marketing?

Pokémon Go und Versicherung? Wie soll das zusammengehören? Konzept & Marketing hat es sich nicht nur zum Ziel gesetzt, Sie als Vertriebspartner mit innovativen Produktkonzepten zu begeistern. Nein, wir wollen Sie auch in jeglicher Hinsicht mit Vertriebs- und Marketingmaßnahmen unterstützen,was uns genau zum Thema Pokémon Go bringt. Ein aktueller Trend der Gefahren, der jedoch auch Chancen bietet.

Pokémon GO, PikachuKurz zum Phänomen Pokémon GO

Vielleicht sind Ihnen die Tage ungewöhnlich viele Menschen in Parks, auf Straßen und auch auf Bahnhöfen aufgefallen. Menschenmengen die sich gelegentlich wolkenartig zusammenballen, während es gemeinschaftlich schallt: „Pikachu ist hier!“
Dann haben Sie gerade freiwillig, oder auch unfreiwillig Kontakt mit dem aktuellen Hype Pokémon aufgenommen.

Worum geht es in dem Spiel?

Die Firma Niantic hat mit den Namens- und Markenrechten der Firma Nintendo ein sogenanntes Augmented Reality Spiel entwickelt. Ziel ist es, möglichst viele der kleinen Pokémon zu fangen, um diese zu trainieren und dann in sogenannten Arenen für Ruhm und Ehre (und virtuelles Gold) gegeneinander antreten zu lassen.
Der Sammeltrieb steht hier klar im Vordergrund.
Der Clou: Anstatt wie sonst so oft bei Spielen im heimischen Wohn- / Kinderzimmer zu versacken, wird hier in der realen Welt gespielt. Pokémon können fast überall gefangen werden, speziell an sogenannten Pokespots. Augmented Reality bedeutet hier also im Klartext, dass sich Spieler wie mit einem Navigationsgerät durch die reale Welt bewegen, die mit Spots und auch Pokémon an realen Orten „überlagert“ wird.

Wer spielt das denn alles?

Es liegen noch keine konkreten Zahlen für den deutschen Markt vor. Der Umfragedienst Surveymonkey stellte jedenfalls für den US Markt fest, dass ca. 21 Mio. US-Amerikaner die App täglich nutzen (Quelle: t3n.de).
Die Altersgruppe bewegt sich vom Jugendlichen bis teilweise zum Senior. Anhand der Spots, die ich selbst besucht habe, würde ich das Durchschnittsalter auf 22-28 Jahre schätzen.

Was kann ich mit diesem Trend anfangen?

Pokémon GO bewegt sich momentan durch alle Medien und das in einer für Sie sehr zukunftsträchtigen Zielgruppe. Das erste Fintech ist bereits auf den Zug aufgesprungen und bietet Unfallversicherungen für Pokémon GO Spieler an.
Was davon zu halten ist? Der Versicherungsmakler Sven Hennig hat sich sehr konstruktiv mit dem Thema auseinandergesetzt: Beitrag zum Fintech-Produkt.
Des Weiteren ist der genannte Altersschnitt ein interessantes Kundenklientel, dass attraktiv für Ihre Dienstleistungen ist.

Wie kann ich das Thema Pokémon für mich nutzen?

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten: Übertrage ich das Thema glaubwürdig auf meine Zielgruppe?
Verfügen Sie über einen jungen Kundenkreis oder Mitarbeiter, die selbst spielen (oder Sie spielen gar selbst), bestehen gute Chancen, dass man mit anderen Spielern ins Gespräch kommt.
Sind Computerspiele für Sie nie ein Thema gewesen und Sie gehören vielleicht noch zu den respektablen Smartphone-Verweigerern, macht ein mitziehen bei diesem, möglicherweise sehr kurzzeitigem Hype wenig Sinn.

3 mögliche Wege mit Pokémonspielern zu interagieren

  1. Social Media und Gewinnspiele
    Sie nutzen bereits Social Media? Perfekt! Dann besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass große Teile Ihrer Fans auch Pokémon spielen.
    Starten Sie ein Gewinnspiel! Ein sehr schönes Beispiel hier in Hannover war die Firma Bang & Olufson. Wer innerhalb von zwei Wochen den Laden besucht und sein stärkstes Pokémon vorgezeigt hat, bekam die Chance ein externes Akkupack (welches unerlässlich für das stromfressende Spiel ist) zu gewinnen!
    Auch hier natürlich die Chance, den Gewinner wieder auf den eigenen Social Media Seiten zu präsentieren und zu interviewen. Vorsicht! Hier ist auf die korrekte Durchführung der jeweiligen Gewinnspiele und eine Einwilligung, dass man eventuelle Fotos mit dem Gewinner auch nutzen darf, zu achten.
  2. Sie können einen eigenen Spot registrieren
    Die schlechte Nachricht vorab: Niantic hat das zurzeit unterbunden. Die Chance, dass die Möglichkeit wiederkommt, ist jedoch anhand des großen Erfolges des Spiels sehr hoch. Pokémon ist genau Ihr Ding? Sie wollen Ihren Bekanntheitsgrad steigern, mit jungen Menschen reden und diese auf sich und Ihre Dienstleistungen aufmerksam machen? Dann warten Sie auf die Reaktivierung der Spotregistrierung auf Niantics Internetpräsenz . Hier können Sie dann Ihren eigenen Pokéstop auf die Adresse Ihrer Agentur registrieren. Ein Spot der Ihr Logo zeigt und an dem Spieler Pokémon fangen können, sowie Ihre Spielressourcen auffüllen.
    Sie haben bereits einen Spot vor der Tür? Für 99 Cent kann man im Spiel einen sogenannten „Köder“ kaufen, der Pokémon anlockt. Wenn Sie diese Aktion in den sozialen Medien (Facebook Gruppen / Fan Page) ankündigen, strömen die Spieler in Scharen herbei.
  3. Eigene Veranstaltungen
    Sie haben entweder verschiedene Pokéstops vor der Tür oder liegen an einem der Pokémon-Durchlaufwegen?
    Pokémonspieler sind auch nur Menschen. Sie haben Durst, sie haben Hunger und sie brauchen ständig Strom.
    Richten Sie aktionsweise einen Boxenstop für Pokémonspieler ein, an dem diese verweilen und vielleicht sogar Strom laden können.
    Wichtig, jetzt nicht massiv in „Vertriebsgespräche“ einsteigen, es sei denn, Sie haben ein passendes, gelabeltes Produkt.
    Lieber mit 1. kombinieren und Daten für ein Gewinnspiel einsammeln oder Wettbewerbe bedienen.

 

Wo liegen Gefahren bei Pokémon Go?

Wo Licht ist, ist auch Schatten!

1. Beginnen wir mit damit, dass Sie es als Kundendatenverwalter vermeiden sollten Pokémon GO auf dem Diensthandy zu installieren.
Die App wird oft aus Bequemlichkeit mit dem Google Konto eingerichtet. Niantic behauptet zwar, dass die umfänglichen Zugriffsmöglichkeiten, die daraus entstehen nicht gewollt sind. Fakt ist jedoch, dass die verbundenen Datenschutzerklärungen mehr als lückenhaft sind. Für Sie als Verwalter von personengebundenen Daten ein absolutes „No-Go“! Nutzen Sie Ihr privates Telefon und gehen Sie auf Nummer sicher! (Quelle Datenschutz)

2. Erinnern Sie sich noch an Second Life?
Nein? Genau! Second Life war ein im Jahr 2002 aufkommendes Internetphänomen. Firmen gaben hundertausende Euro aus, um in virtuelle Präsenzen mit Ihren Kunden online kommunizieren zu können. Banken schufen Filialen, Berater sprossen aus dem Boden, wie Pilze nach dem Regen.
Das Ergebnis ist mehr oder weniger bekannt. Zwar verzeichnet die Plattform nach wie vor 30 Millionen angemeldete Nutzer, jedoch sind von diesen nur noch 30.000 täglich aktiv. Mit anderen Worten: man ist dort sehr, sehr einsam. Der große Umbruch, die große Revolution in der Kundenansprache in der breiten Öffentlichkeit blieb aus.
Eine ähnliche Gefahr besteht selbstverständlich auch für Pokémon GO. Es ist ein Trend, ein Trend der zwangsläufig irgendwann wieder abflaut und aus der öffentlichen Wahrnehmung schwindet.
Vermeiden Sie große Investitionen in diesen Bereich. Agieren Sie schnell und kostenoptimiert, um einen Zugang zu dieser Zielgruppe finden. Planen Sie nicht zu langfristig, das kann mit Pech in einer teuren Investitionsblase enden.

3. Zielgruppenmarketing.
Seien Sie sich sicher, dass Sie das möchten und das Ihr Konzept sich sinnvoll durch eine Kampagne ergänzen lässt.
Sie haben durchweg konservatives Publikum? Sie haben sehr viel Laufkundschaft und einen eher hohen Altersschnitt im Bestand?
Hier besteht die Gefahr, dass sie Ihre Zielgruppe durch den drastischen Richtungswechsel verschrecken.
Nicht jeder findet Massen an Menschen, die gebannt auf Ihr Smartphone schauen toll. Bereits jetzt sind viele Nichtspieler von diesem Dauerthema genervt.

4. Gutes Timing
Sie haben Lust auf eine Umsetzung, oder sind bereits dabei? Dann beobachten Sie bitte genau den Markt. Wenn es jeder tut, ist es nichts Besonderes mehr und man bewirkt eher Negatives als Positives damit. Wenn Menschen sich an jeder Ecke mit dem Thema Pokémon GO auseinandersetzen müssen, besteht die reale Gefahr, dass sie einfach nur genervt sind. Hier ganz wichtig, auf das richtige Timing zum Ein-, aber auch zum Aussteigen achten! Hören Sie wirklich dann auf, wenn es am schönsten ist.

Fazit:

Auch wenn es auf den ersten Blick lustig erscheint. Pokémon GO ermöglicht Ihnen einen frischen Weg, Ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, Ihre Sichtbarkeit virtuell wie real zu steigern und vielleicht die junge Generation zu zukünftigen Kunden und Interessenten zu machen. Sofern dieser Weg zu Ihnen passt!

Haben Sie noch Ergänzungen? Ideen oder Anregungen, die Sie teilen möchten?
Schreiben Sie mir!

 

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2018-11-15T08:41:57+00:0019. August 2016|Vertriebsunterstützung|0 Kommentare

About the Author:

Als Nordostexport zwölf Jahre in Wiesbaden gereift, verstärkt Sebastian Berger seit November 2015 als PR-Manager Konzept & Marketing. Er ist Ansprechpartner in allen Fragen rund um die Internetpräsenz, Online-, E-Mail-Marketing und Social Media.