Facebook vs. Google: Warum ich Interessenten über Google jederzeit vorziehe

Worin liegt der wesentliche Unterschied zwischen einer Kundenanfrage zu Versicherungen über Google und Facebook? Im Entscheidungszyklus des Interessenten. Bei Facebook weckt meine Werbeanzeige ein erstes Interesse für mein Produkt. Der Kunde trägt sich in ein Formular ein und ‚klickt einfach mal‘. Bei seiner Entscheidung steht er damit ganz am Anfang.

Erhalte ich eine Anfrage über eine Google-Suche, ist der Kunde hingegen deutlich weiter in seiner Entscheidungsfindung. Er besitzt bereits Interesse oder sogar einen konkreten Bedarf. Er sucht aktiv nach einer Lösung für sein Problem.

Die Auswirkung auf die Art und Qualität der Anfragen ist enorm. Bei Facebook muss ich mich und das Produkt im Gespräch mit dem Interessenten ‚verkaufen‘ – denn er weiß noch nicht, ob er es überhaupt möchte. Den Google-Lead hingegen kann ich ‚beraten‘ – er hat sich bereits generell für das Produkt entschieden und sucht nur noch nach dem richtigen Dienstleister. Ich muss ihn also lediglich noch von meinem Service überzeugen. Ein riesiger Vorteil und weniger Kundengespräche mit Frustpotential.

Durch gutes SEO erhalte ich qualitativ erstklassige Interessenten

Der Schlüssel zum Erfolg bei Google, Bing & Co heißt SEO – Search Engine Optimization. Die Optimierung der eigenen Webseite ist Basis für eine gute Google Platzierung. SEO besteht dabei aus deutlich mehr als nur einige Keywords aneinanderzureihen. Es ist die Summe der Maßnahmen, die eine erfolgreiche Webseite ausmachen und für Top-Positionen in der Suchergebnisliste sorgen. Immer mehr rückt dabei der Nutzer in den Fokus. Immer weniger lässt sich der Google Algorithmus mit unsauberen Kniffen austricksen.

1. Content is King

Dieser Grundsatz gilt schon seit Jahren: Schreibe relevanten und einzigartigen Inhalt für den User. Wenngleich der Grundsatz lange gilt, war Google nicht immer in der Lage, diese Voraussetzung qualitativ zu überprüfen. Allseits bekannt sind frühe SEO Methoden mit weißer Schrift auf weißem Grund, um Google einen Inhalt und eine Relevanz vorzutäuschen. Wer heute vordere Plätze belegen will, muss wirklich gute Texte liefern. Nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich und strukturell.

2. Mobile First

Das Smartphone beherrscht unseren Alltag. 3,5 Milliarden Suchanfragen gibt es täglich, 50 Prozent davon geschehen mobil. Noch vor fünf Jahren lag der Anteil an mobilen Suchen in vielen Themenbereichen noch bei zehn Prozent. Der Trend ist eindeutig. Wer keine responsive Webseite besitzt, wird künftig bei Google keine Rolle mehr spielen. Spätestens 2021 stellt Google um auf Mobile First Indexing und beendet das Desktop Crawling endgültig.

3. User Experience

Gib dem User auf der Webseite ein besonderes Benutzererlebnis. Einfache Navigation, verständliche Struktur, leichte Bedienbarkeit, umfangreiche Interaktionsmöglichkeiten. Es gibt zwei wesentliche Nutzertypen, die über eine Google Suchanfrage auf die Webseite kommen.

  • Do-Suche (transaktional)
  • Know-How Suche (informativ)

Entweder möchte der User eine Aktion durchführen (z. B. die Buchung eines Fluges) oder er ist auf der Suche nach einer Information (z. B. welches das beste Restaurant in Berlin ist). Bereits beim Aufbau der Webseite ist es wichtig zu wissen, welcher Nutzertyp zu erwarten ist. In der ersten Sekunde entscheidet sich, ob der User bleibt oder die Seite wieder verlässt.

Eine gute User Experience und eine gezielte Ausrichtung der Seite auf den Nutzertyp führen dazu, dass User auf der Seite bleiben. Google erkennt wie lange die Seite im Durchschnitt besucht wird, welche Handlungen der Nutzer unternimmt und ob das Suchbedürfnis des Nutzers erfüllt wird. Ist der Nutzer zufrieden, ist Google zufrieden. Die Positionen steigen und Google bewertet die Seite qualitativ besser.

4. Weitere Rankingfaktoren

Selbstverständlich sind weitere Faktoren wie Ladegeschwindigkeit, Meta-Tags, interne und externe Links, Platzierung von CTA’s, Einsatz von Bildern und Videos und vieles mehr von bedeutender SEO-Relevanz. Alle Maßnahmen gemeinsam verursachen ein stimmiges Bild der Webseite und sorgen für beste Platzierungen.

Beispiel: von 0 auf 8.000 Besucher in einem Jahr

SEO ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ehe ein finanzieller Erfolg eintritt, muss mit Fleiß und Wissen ein nutzerrelevanter Content erstellt und veröffentlicht werden. Das kostet Zeit und entsprechend Geld.

2019 haben wir die Webseite www.grenzgänger-spezialisten.de für das Nischenprodukt Krankenversicherung für Schweizer Grenzgänger erstellt. Die ersten Monate hat sich kaum jemand auf die Seite verirrt. Erst langsam stiegen unsere Rankings und damit unsere Klickzahlen. Mittlerweile zählen wir pro Monat über 8.000 Besucher. Unser Sichtbarkeitsindex bei Sistrix verbessert sich kontinuierlich. Täglich erhalten wir für unser Nischenprodukt neue Kundenanfragen und belegen bei allen für uns relevanten Keywords Platz 1, 2 oder 3.

Die Verteidigung der Spitzenposition ist leichter, als Platz 1 zu erobern. Das Anfangsinvest an Zeit und Geld ist längst verdient und eine gut laufende Webseite ist eine Cashcow für das ganze Unternehmen.

www.grenzgänger-spezialisten.de,
Quelle: Google Analytics www.grenzgänger-spezialisten.de, November 2020
Quelle: Sichtbarkeitsindex Sistrix, November 2020
Quelle: Sistrix Keyword Auswertung www.grenzgänger-spezialisten.de/krankenversicherung, November 2020

Die Kombination aus SEO und SEA

Bei all dem Lob für SEO darf ein weiterer Faktor nicht unerwähnt bleiben: die Suchmaschinen-Werbung bzw. GoogleAds. Im Gegensatz zu SEO ist die Auswirkung einer GoogleAds Kampagne sehr schnell sichtbar und messbar. Primäres Ziel einer Ads Kampagne ist die Conversion, also eine Kundenanfrage oder ein Verkauf.

Gerade zum Start einer neuen Webseite verfolge ich mit der Ads Kampagne jedoch ein zweites wichtiges Ziel: Die Messung der Performance. Wie reagiert der Nutzer? Wie ist die Conversion Rate? Wie ist die Absprungrate und die Verweildauer? Wo steigt der Kunde aus? Wie ist der Durchgangs-Traffic? Mit den Antworten auf diese Fragen erhalte ich schnell ein Feedback meiner Zielgruppe. Ist die Seite gut – oder nicht.

Webseite und SEO selbst machen? Ja das geht!

SEO ist keine Raketenwissenschaft, auch wenn das viele Agenturen und Marketingexperten einen glauben lassen wollen. SEO bedeutet vor allem: Fleiß und Geduld. Mit konstanter Arbeit an der eigenen Webseite und dem Befolgen einfacher Grundlagen kann jeder regional oder für eine Nische eine sehr gute Platzierung erreichen, ohne ein Vermögen zu investieren. In unserem Kurs Selfmade-SEO haben Michael Glorius von www.KVoptimal.de und ich unser Wissen und unsere Erfahrung zusammengestellt.

Wer zusätzlich noch über SEA (GoogleAds) nachdenkt, sollte sich jedoch einen Experten holen. Hier ist das Risiko einfach zu groß, dass die Kosten aus dem Ruder laufen und zu viel Geld in schlechte Conversions investiert wird. Mit der richtigen Strategie, der Kombination aus SEO und SEA sowie etwas Geduld, ist es nicht schwer mit der eigenen Webseite qualifizierte Leads zu gewinnen.

Daniel Seeger

Gastautor: Daniel Seeger

Daniel Seeger ist Geschäftsführer der ZVO und betreibt verschiedene Internetseiten und Portale zur Kundengewinnung. Mit seinem größten Projekt, der www.zahnversicherung-online.de, kämpft er im hart umkämpften Markt der Zahnzusatzversicherung erfolgreich gegen Riesen wie Check24 und ERGO Direkt. 

Gemeinsam mit Michael Glorius hilft Daniel Seeger anderen Webseitenbetreibern im Bereich SEO und User Experience.

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Bildquellen:
Daniel Seeger
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