Leitungswasserschäden sind seit vielen Jahren die Achillesverse deutscher Wohngebäudeversicherer. Im Jahr 2019 mussten über 3 Milliarden Euro für die Folgen geplatzter Rohre aufgewendet werden – mehr als jemals zuvor. Jährlich werden bis zu 40.000 Schäden durch Frost verursacht. Das sind umgerechnet auf die Wintermonate 19 Schäden in der Stunde.

Glücklicherweise können Sie als Makler Ihre Kunden mit nützlichen Ratschlägen vor unliebsamen Folgen eisiger Temperaturen bewahren und zugleich auf wichtige Obliegenheiten hinweisen.

Tipps für einen schadenfreien Winter:

  • Wärme ist und bleibt das wirksamste Frostschutzmittel. Deswegen sollte das gesamte Gebäude ausreichend beheizt werden. Das gilt auch für wenig genutzte Räume wie Keller, Dachböden, Abstellräume oder das Gäste-WC.
  • Achtung: Die Frostschutzstellung am Heizkörperventil, welche häufig mit dem Symbol eines Eiskristalls versehen ist, reicht nicht aus, um die Raumtemperatur konstant zu halten. Der sogenannte Frostwächter schützt nur den Heizkörper selbst vor dem Einfrieren.
  • Wartung der Heizungsanlage nicht vernachlässigen! Eine Heizung schützt nur, wenn sie voll funktionsfähig ist und ausreichend Wärme erzeugt. Ist zu wenig Wasserdruck in der Anlage oder hat sich Luft in den Heizkörpern angesammelt, vermindert das die Wärmeleistung.
  • Fenster und Türen auf undichte Stellen prüfen und gegebenenfalls abdichten. Eisige Zugluft kann die Raumtemperatur in kurzer Zeit stark abkühlen.
  • Wasserrohre und -speicher (z. B. Regentonnen) außerhalb eines Gebäudes vorm Winter entleeren und Zulauf verschließen.
  • Der Frostschutz von Solaranlagen in der kalten Jahreszeit regelmäßig überprüfen.

Schutz und Wartung im Außenbereich nicht vernachlässigen

Besonders heimtückisch wird der Frost dann, wenn er Schäden anrichtet, mit denen man nicht rechnet. Nämlich dort, wo eigentlich kein Wasser sein sollte. Zieht Schmelzwasser beispielsweise als Feuchtigkeit in die Bausubstanz eines Hauses und gefriert bei Frost erneut, kann es Wände, Dächer und Böden von innen heraus aufsprengen. So entstehen Risse, Putz bröckelt, Färbe blättert ab – all das können Anzeichen von Frostschäden sein. Und wo die Bausubstanz erst einmal aufgebrochen ist, dringt schnell noch mehr Feuchtigkeit ein. Besonders bei häufigen Wechseln zwischen Tauwetter und Frost ist das ein wahrer Teufelskreis. Deshalb gilt es wachsam zu bleiben, damit Schäden früh entdeckt oder im besten Fall ganz abgewendet werden.

  • Risse und Löcher in Außenwänden mit Fugenmasse abdichten, sodass kein Wasser ins Mauerwerk eindringen und Frostschäden verursachen kann.
  • Dachrinnen, Fallrohre und sonstige Entwässerungssysteme regelmäßig reinigen, um Verstopfungen und Rückstau zu vermeiden.
  • Das Dach eines Hauses auf undichte Stellen prüfen, beschädigte Ziegel austauschen und die Befestigung von Schneefanggittern kontrollieren.

Zugefrorene Leitungen vorsichtig auftauen

Wenn trotz aller Vorsicht doch eine Leitung zufriert, ist das noch kein Grund zu verzweifeln. Mit einfachen Mitteln lassen sich die meisten Leitungen gefahrlos auftauen. Zuvor sollte der zugehörige Leitungsteil abgesperrt oder de Haupthahn geschlossen werden. Zum Auftauen selbst lässt sich heißes Wasser oder ein Heizlüfter nutzen.

Wichtig: Aufgetaut wird immer vom geöffneten Wasserhahn der betroffenen Leitung bis zur blockierten Stelle. Dabei gilt es, langsam und vorsichtig vorzugehen. Keinesfalls sollten dafür offene Flammen wie Kerzen, Gasbrenner oder Lötlampen genutzt werden. Die starke Hitzeentwicklung kann nicht nur die Leitung zum Platzen bringen, sondern auch einen Brand verursachen. Im Fall eines Rohrbruchs sollte das Wasser schnell abgepumpt und der Raum ausreichend gelüftet und getrocknet werden. So lassen sich Folgeschäden begrenzen.